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Moose, Filze, Tümpel, Vernässte Böden: Rückzuggebiete von bedrohten Tier- und Pflanzenarten
Am Alpenrand sind aufgrund der geologischen Entwicklung und der hohen Niederschläge vernässte Standorte häufig. Vor über 100 Jahren gab es in Oberbayern noch um die 80000 Moore. In den Jungmoränengebieten wechselten Niedermoore mit artenreichem Grünland, Kleingewässer und Wälder. Die Moore wurden als Streuwiesen genutzt und im getreidearmen Grünlandgebiet war die Stalleinstreu eine wichtige Grundlage für einen guten Mist zum Düngen. Meist von Randwäldern etwas abgeschottet sind immer wieder kleinere Hochmoore in der wechselvollen Landschaft zu finden. Ab 1920 politisch gefordert und später dann auch mit entsprechenden Entwässerungs- und Bodenverbesserungszuschüssen der 50er und 60er Jahre waren flächige “Moorkultivierungen” angesagt. Die zunehmende Mechanisierung und Spezialisierung machte die Streuwiesenwirtschaft unrentabel. Grabenbagger erleichterten die Erschließung der Nassflächen - entwässerungstechnisch schwierige Standorte wurden mit Fichten und Erlen aufgeforstet. Im Bereich der WBV Laufen befinden sich viele Moore. Oft erinnern nur noch die Namen daran, aber auch einige noch gut erhaltene Restflächen sind vorhanden. Ainringer Moos, Peracher Moos, Sillersdorfer Moos, Saaldorfer Moos, Haarmoos und Weidmoos im Süden, Zeller Moos, Weitmoos, Aicher Filz, Demmel Filz im Westen, im Norden der Harpfetshamer Filz und in der Mitte der Schönramer und Kulbinger Filz. Im Oberbayerischen sind die Bezeichnungen Moos für Niedermoor und Filz für Hochmoor sehr treffend zur Unterscheidung der Moorentwicklung. Niedermoore bilden sich an verlandenden Gewässern und haben Grundwasseranschluss mit üppig wachsenden Pflanzengesellschaften durch eine gute Nährstoffversorgung. Beim Hochmoor beschränkt sich die Wasserzufuhr auf die Niederschläge. Das Milieu wird nährstoffärmer und sauerer und nur wenige Pflanzen sind darauf spezialisiert. In den Mooren bilden sich dann Torfschichten, eine Anhäufung von pflanzlichen Substanzen, die durch Sauerstoffabschluss nicht vollständig zersetzt wird. Torf war als Brennstoff gefragt. Besonders die im Staatsbesitz befindlichen Moore bei Schönram und Ainring unterlagen einer intensiven Nutzung. Von 1933 bis 1951 gab es im Schönramer Moor 2000 Torfstecher. Später wurde der maschinelle Abbau forciert und nach Rückgang der Brenntorfwirtschaft kam Frästorf im Garten- und Landschaftsbau in den Handel. Mit der Verlustbilanz von Mooren und Kleingewässern geht der Verlust vieler Arten einher. Nicht umsonst stehen die meisten davon auf der Roten Liste. Besonders mit der Verzahnung von Wasser und Boden besteht eine enge Wechselbeziehung. Die Niedermoore sind wichtige Wasserrückhalteräume und sichern die Sauberkeit der Quellbäche. Bedeutender noch als die Wasserrückhaltung ist die Nährstoffrückhaltung durch Bindung von Stickstoff. Durch Entwässerung und Belüftung wird dieser Vorrat freigesetzt und belastet die Gewässer. Hochmoore können ebenfalls einen Katastrophenregen aufnehmen und den Abfluss dämpfen. Außerdem dienen sie als Archiv. Neben Baumpollen werden leider auch Schadstoffe festgelegt, wie der Atombombenfallout von 1963 oder Cäsium von Tschernobyl Was in einer Entwicklungszeit von Jahrtausenden entstanden ist, lässt sich nicht einfach wieder herstellen. Aber es besteht die Möglichkeit, als Wiedergutmachung Ersatzlebensräume zu schaffen wie zum Beispiel durch Wiedervernässung. Eine Pflichtaufgabe für den Staat und für die im Staatsbesitz befindlichen Grundstücke (Ainringer Moor, Schönramer Moor). Schließlich geht auf die Gesetzgebung von 1920 die „Vernichtung der Moore” zurück, in dem Mooreigentümer bei Androhung der Enteigung zur Kultivierung verpflichtet wurden. Das Vertragsnaturschutzprogramm hält Fördermöglichkeiten für die ökologische Aufwertung von Mooren und Moorwäldern auch für den Privatbesitz bereit. Vielleicht haben auch Sie noch eine “Moosbibm”, die eigentlich diesen Namen nicht verdient. Wir brauchen die Versöhnung mit der Natur. Helfen Sie mit und lassen Sie sich von den Förstern beraten. FAR Stefan Köcher
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