Allgemeine Gütesortierung
Stand:
05.01.2012
> Mit Auszügen von Prof. Dr. Heinz Frommhold
Leiter des Fachgebietes Forstnutzung/Holzkunde,
Fh Eberswalde
Bei
Langholz wird das Holz
in die Güteklassen (A) B, C und D eingeteilt.
Profiler
Fichte: 4,1m/ 5,1m lang,
Kiefern
(Föhren) 3,6 m und 5,1 m über 16 cm Durchmesser
erste
Klasse: BC
ist Holz Mischsortiment
der Güteklasse B oder C, frisch-gerade-gesund
zweite
Klasse: CX
starkastig und leicht krumm, auch Käfer
dritte
Klasse D starkastig, starke Krümmung und Faulstellen( Braun), Holz mit mehreren
Fehlern
und
dann: SH/FH heißt Schleifholz, Faserholz, SHA ist gut, SH1 und SHB ist
schlecht
CD
bedeutet ( Calamität/ D Holz) bedeutet Käferholz
R3 zu kurze 4,1 m Abschnitte
NSF nicht sägefähiges Holz
Split Splitterholz ist Holz mit Eisenteilen
Achten
Sie darauf, dass das Übermaß von jeweils 10 cm eingehalten wird. Die
Vorschrift lautet 1 % pro Meter Übermaß. Das sind bei 5 m z.B.
5,05 m. Unter 5,05 m kommt der Stamm in die nächst kürzere
Sortierlänge, das
sind 4 m. Geht die Motorsäge z.B. um 2 cm schräg, so sind das zweimal 2 cm
und der Stamm an der kürzesten Stelle 5,06 lang, wenn man 5,10 misst. Das
reicht dann grade noch.
Ich
will es einfach so sagen: "Nicht nur 5,05 m und nicht 5,15 m lang
sondern einfach 5,10 m lang" ( Bei
gutem, normalen, graden Schnitt )
Stammholz, Fichte
Güteklasse A
Gesundes Holz mit ausgezeichneten
Arteigenschaften, das fehlerfrei oder nur mit unbedeutenden Fehlern
behaftet ist, die seine Verwendung nicht beeinträchtigen, wird in die Güteklasse
A eingestuft.
Güteklasse B
Hierunter fällt Holz von normaler Qualität, einschließlich
stammtrockenem Holz mit einem oder mehreren der folgenden Fehler: schwache
Krümmung und schwacher Drehwuchs, geringe Abholzigkeit, einige gesunde Äste
von kleinem oder mittlerem Durchmesser, jedoch nicht grobastig, eine
geringe Anzahl kranker Äste von geringem Durchmesser, leicht
exzentrischer Kern, einige Unregelmäßigkeiten des Umrisses oder einige andere vereinzelte, durch eine gute allgemeine Qualität
ausgeglichene Fehler .
| Beschreibung
aus Bundes-HKS (Gesetzblatt) für
Güte B
Fichte u.a. |
Beschreibung
aus Tabelle der HKS
Brandenburg, Güte B, für Kiefer |
| stammtrockenes
Holz |
Stammtrockenheit
ohne Folgeschäden |
| schwache
Krümmung |
einschnürig
bis 4 cm/lfm,
bei Stärkeklasse 1 und 2a
2 cm/lfm |
| schwacher
Drehwuchs |
bis 8
cm/lfm |
| geringe
Abholzigkeit |
bis 2
cm/lfm |
einige
gesunde Äste von kleinem ...
und mittlerem ...
Durchmesser, jedoch nicht grobastig |
bis 3 cm
zulässig
3 bis 5 cm 2 Äste/lfm
über 5 cm nicht zulässig |
geringe
Anzahl kranker Äste von
geringem Durchmesser |
bis 3 cm
2 Fauläste/lfm
3 bis 5 cm 1
Faulast/4 lfm |
| leicht
exzentrischer Kern |
Lage der
Markröhre bis 20 % des Durchmessers
aus der Mitte |
| einige
Unregelmäßigkeiten des Umrisses oder einige andere
vereinzelte, durch eine gute allgemeine Qualität ausgeglichene
Fehler |
Kern- und
Ringrisse im inneren Drittel, nicht tiefgehende Mantelrisse, 2
Harzlachten bis 4 cm Überwallung, wenige Bläuetüpfel,
Faulflecke bis 15 % des Durchmessers,
flache Bohrlöcher |
Güteklasse C
Holz, das wegen seiner Fehler nicht in die Güteklassen A oder B
aufgenommen werden kann, jedoch gewerblich verwendbar ist, wird der Güteklasse
C zugeordnet. Hierunter fallen insbesondere starkastige, stark
beulige, stark abholzige oder stark drehwüchsige Stücke mit tiefgehenden
faulen Ästen, Rot- und Weißfäule (jedoch nicht mit kleinen
Faulflecken) oder sonstige(n) wesentliche(n) Pilz- und Insektenzerstörungen.
Güteklasse D
Holz, das wegen seiner Fehler nicht mehr in die Güteklassen A, B,
und C aufgenommen werden kann, jedoch mindestens noch zu 40 % gewerblich
verwendbar ist, erhält die Güteklasse D. 40 % gewerblich verwendbar heißt, daß 40 % seines Volumens
zur Herstellung von Schnittholz genutzt werden können. Dieser Prozentsatz
bezieht sich nicht nur auf den Durchmesser bei Fäule an den Hirnflächen,
wo 50 % erlaubt sind, sondern auch auf die Längsausdehnung der Fäule.
Zulässig sind Bockkäfer-, Holzwespen- oder wesentlicher Mistelbefall,
Bläue
Schleifholz (SH)
Bei der Werksvermessung wird Holz das die Güteklasse D
(CX) nicht
erreicht, als Schleifholz abgerechnet.
| Laubholzsortierung, Anton Resch |
|
|
|
|
|
| Güteklassen: |
A |
B |
C |
D |
|
Gesundes Holz mit
ausgezeichneten Arteigenschaften, fehlerfrei oder nur unbedeutenden
Fehlern, die seine Verwendung nicht beeinträchtigen |
Holz von normaler Qualität
einschließlich stammtrockenem Holz mit einem oder mehreren Fehler |
Holz das wegen seiner Fehler nicht in
der Güteklasse A oder B aufgenommen werden kann |
Holz, das wegen seiner Fehler nicht in
Güteklasse A/B/C aufgenommen werden, jedoch noch 40 % verwendbar
ist. |
| Länge |
mind. 2 m |
(Käuferangaben) |
(Käuferangaben) |
(Käuferangaben) |
| Durchmesser |
mind. 30 cm |
mind. 25 cm |
mind. 25 cm |
mind. 25 cm |
| Krümmung |
max. 2 cm / lfm |
max. 4 cm/ lfm |
über 4 cm / lfm |
über 4 cm / lfm |
| Drehwuchs |
max. 3 cm / lfm |
max. 6 cm/ lfm |
über 6 cm / lfm |
über 6 cm / lfm |
| Abholzigkeit |
max. 2 cm / lfm |
max. 3 cm/ lfm |
über 3 cm / lfm |
über 3 cm / lfm |
| Astigkeit |
keine |
einzelne bis 7 cm O |
mehrer über 7 cm O |
viele über 7 cm O |
| Jahringaufbau |
gleichmäßig ( fein) |
nicht von Bedeutung |
nicht von Bedeutung |
nicht von Bedeutung |
| Fäule |
keine |
kl.Verfärbung Wurzelanlauf |
Faulfleck am Rand |
Rot- oder Weißfäule im Kern, Insektenschäden |
Stärkeklassen:
1a: von 10 – 14cm mittleren
Durchmesser ohne Rinde
1b: von 15 – 19cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
2a: von 20 – 24cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
2b: von 25 – 29cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
3a: von 30 – 34cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
3b: von 35 – 39cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
4a: von 40 – 44cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
4b: von 45 – 49cm mittleren Durchmesser ohne Rinde
5: von 50 – 59cm mittleren Durchmesser ohne
Rinde
6: von 60 – 69cm mittleren Durchmesser ohne
Rinde
2b+: alle Stärkeklassen von ab 25cm ,
mittleren Durchmesser ohne Rinde, zusammengefasst
Mittenstärkesortierung
- nicht mehr üblich
Heilbronner Sortierung
Diese Sortierung wird seltener verwendet. Das Stammholz wird auf ganze Meter abgelängt sowie nach Mindestlänge
und Mindestzopfdurchmesser ohne Rinde gemessen und sortiert und bei
folgender vorgeschriebener Mindestlänge in folgende Stärkeklassen
eingeteilt:
| H1 |
8
m |
10
cm |
| H2 |
10
m |
12
cm |
| H3 |
14
m |
14
cm |
| H4 |
16
m |
17
cm |
| H5 |
18
m |
22
cm |
| H6 |
18
m |
30
cm |
Außerdem kann das Stammholz über den angegebenen Mindestdurchmesser
hinaus in größeren Längen ausgehalten werden (Draufholz). Es darf dabei
aber nicht der Mindestzopfdurchmesser der nächst niedrigeren Klasse
unterschritten werden.
Stärkesortierung der Stangen
Die Stangen (P) werden nach dem
Durchmesser mit Rinde 1 m über dem stärkeren Ende, ab 7 cm Durchmesser
zusätzlich nach der Länge in Klassen eingeteilt.
Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 2 cm mit
Rinde. Bei entrindeten Stangen ermäßigen sich die Durchmesser um 1 cm.
Die Unterteilung der Klasse P2 in Unterklassen kann entfallen.
Nadelholzstangen, welche die erforderliche Länge nicht haben, fallen in
die nächst niedere Unterklasse. Laubholzstangen werden ohne Berücksichtigung
der Länge klassifiziert.
Palettenholz (Pal) ist Stammholz,
bei dem die negativen Merkmale der Güteklasse C überwiegen. Es wird im
Regelfall getrennt von anderen Stammholzqualitäten in besonderen Losen
bereitgestellt und vorzugsweise zur Palettenproduktion verwendet. Die Sortierung kann wie beim Stammholz nach Mittenstärke
erfolgen .
Palettenholz
ist bei Kiefer und Lärche auch eine Gütesortierung und einen Teil der Güteklasse C.
Energieholz,
Holz zur Gewinnung von Strom und oder
Wärme.
Industrielangholz
(IL) sind Längen ab 3 m, in der Regel baumfallende Längen,
gezopft bei 7 cm bis max. 35 cm mit Rinde zu verstehen. Auf der sicheren
Seite ist man, wenn man gezopft 10cm und max. Stärke 30 cm macht.
Chemisch oder mechanisch
aufgeschlossen heißt, dass dieses Holz in der Platten- und
Zellstoffindustrie eingesetzt wird und dort entweder mechanisch oder
chemisch bzw. auch mechanisch und chemisch z.B. bei der
Zellstoffproduktion aufgeschlossen wird. Unter mechanischem Aufschluss ist
z B. die Herstellung von Hackschnitzeln zu verstehen. Bei IL wird in
der Regel im Werk das Holz gewogen
und die Feuchtigkeit bestimmt und danach der Preis bestimmt. Zur Kontrolle
ist es gut, vor der Abfuhr das Raummaß oder die fm zu messen (z.B.
25 Stck. zu messen und dann das Durchschnittsmaß mit der Stückzahl zu
multiplizieren)
Staketenholz
ist etwa leichtes Papierholz
Es
sind Längen: 3,1 m, 4,1m oder 5,1m, Durchmesser 9cm bis 16 cm, einige
etwas stärkere (bis 20 cm) gehen mit. Schiefe Anläufe (Trompeten)
sollten entfernt werden. Das Holz sollte noch nicht zu lang liegen (tiefe
Risse). Das Holz sollte von Hand gemacht sein, wegen tiefer Eindrücke vom
Harvester. 3m lange Stücke sind meistens genügend da, deshalb besser 4,1
m oder 5,1 m aushalten.
Papierholz,
(IS) Industrieschichtholz ist Kurzholz ,das zum
chemischen oder mechanischen Aufschluss vorgesehen ist. Der
Mindestzopfdurchmesser beträgt 7 cm mit Rinde, die max. Stärke betr. 35
cm. Hier gilt ebenfalls besser nur bis Zopf 10 cm und max. 30 cm
aushalten. Eine Einteilung nach Stärkeklassen
entfällt.
Laubholz
IL: Geeignet sind Esche, Ahorn, Buche. Nicht geeignet sind: Eiche,
Birke, Erle
Pfähle
werden häufig in Stück oder per lfm abgegeben.
| Sorte |
Durchmesser |
| Pfähle 1 |
über 14 bis 18 cm |
| Pfähle 2 |
über 11 bis 14 cm |
| Pfähle 3 |
über
7 bis 11 cm |
Martin Poschner
Stand:05.01.2012
|